Baja California Tijuana Mexico

Was fuer ein wunderschoener Tag. Heute sind wir mit dem Auto nach Mexico gefahren. Nach Tijuana in Baja California direkt an der Grenze. Man stellt sich die Grenze irgendwie so bedrohlich vor, ich hab immer gedacht, dass waere so super bewacht, aber einreisen kann hier jeder ohne jegliche Kontrolle. Umgekehrt jedoch, wenn man von Mexico in die Staaten zurueck moechte wird man kontrolliert. Irgendwie hab ich mir das alles aber viel dramatischer vorgestellt. Wir sind mit dem Taxi in die Stadt gefahren, ich wollte mit meinem spanisch glaenzen aber der Taxi-Fahrer war nicht besonders gespraechig. In der Stadt Laeden auf beiden Seiten und Amigos die uns alles verkaufen wollte, das kein Mensch braucht. Die haben sogar von der anderen Strassenseite gewunken. Fuer mich nichts ungewoehnliches das ist in downtown mexico city auch nicht anders. In einem Laden habe ich dann was gekauft und immerhin 5 Dollar runtergehandelt. War gar nicht so einfach, aber der gute alte "ich ueberleg mir das und komme wieder" Spruch zieht immer. Danach sind wir dann schliesslich doch in ein Lokal, der Typ hat Greg ueberzeugt und oben war es einfach nur laut. Optimal fuer die Spring breakers dieser Welt und unmoeglich fuer 2 kultivierte Menschen die eigentlich nur Essen wollten. Im Endeffekt haben wir dann am hellichten Tag Tequila und Corona getrunken und da ich noch nicht mal gefruestueckt hatte, ist der Tequila auch direkt ins Blut. Herzlichen Glueckwunsch - beschwipst in Mexico, aber der Tequila war wirklich gut. Den freien Margheritta fuer alle ladies hab ich dann gar nicht mehr angenommen, ich wollte schliesslich noch etwas weiter gehen und nicht kriechen. Wir sind dann ins Wachs-Musuem mit ueberwiegend Mexikanern und Figuren aus der mexikanischen Geschichte. Es gab auch eine Figur von der Tia Juana, also der Tante Juana von der , der Legende nach, der Name der Stadt Tijuana stammt. Greg hat mich mit ihrer Wachs-Figur fotografiert. Auf dem Weg zum Museum ist dieser kleine Junge gekommen. Er wollte mir diese typischen Schildkroeten verkaufen, die mit dem Kopf wackeln. Und ich hab ihn dann gefragt, wie er heisst. Miguel hat er gesagt mit seinen grossen braunen Augen. Ich hab ihn gefragt wo seine Mum ist und warum er nicht in der Schule ist. Ob er weiss wo Deutschland ist und hab ihm ein paar Muenzen gegeben. Ich haette ihn am liebsten mitgenommen, er war unglaublich suess und mein Herz hat mich fast wieder umgebracht. Greg hat das gemerkt und mich vorsichtig weitergezogen. Spaeter dann das kleine Maedchen, das mir die Rose gibt, umsonst weil ich so schoen bin und dann zu Greg wechselt und von ihm das Geld moechte. Ganz alter Trick. Greg hat natuerlich nicht bezahlt und ich hab ihr die Blume wiedergegeben. Sie meinte dann, dass Gott uns Geld gegeben hat und wir sind beide emotional total am Boden wieder Richtung Grenze weitergezogen. Das zieht einen echt runter. Das ist total hart. Auf dem Weg zur Grenze hat mir so ein Opi dann noch eine Halskette und ein Armband angedreht, ich hab Greg gebeten mich davon abzuhalten noch weitere Sachen zu kaufen. Dann an der Grenze eine Riesenschlange die nach USA wollte zu Fuss. Der Hammer, wir haben uns angestellt und ich hab gedacht es dauert Stunden, es war dann aber einigermassen okay. Es findet sich immer jemand mit dem man sich unterhalten kann bis man dran ist. Die letzten beiden Tage waren eher bewoelkt, aber schoen. Ich bin froh, dass ich nun auch mal in Tijuana war. Zwar ist es alles sehr auf die Amerikaner abgestimmt, aber zumindest war ich mal da. Auf der Autobahn kurz vor der Grenze sagen die Schilder dass Pistolen in Mexico illegal sind. Der Hammer. Unvorstellbar. Hier in Cali sind ueberall Schilder die ankuendigen dass das rauswerfen von Muell 10 000 Dollar und mehr kostet. Uhhh, man sieht auch kaum Muell. Kein Wunder. Das hilft. Wir haben spaeter wieder Rich von seinem Seminar abgeholt und waren in einem Brauhaus Essen. Das Auto wird vom Personal geparkt und nachher wieder abgeholt. Ziemlich chic alles. Man kann dann erstmal alle Biersorten in kleinen Probier-Glaesern probieren, um sich zu entscheiden. Das Bier hat alle moeglichen Farben von hellbraun klar bis sehr dunkelbraun. Das Essen war sehr lecker, die Konversation eher anstrengend. Sehr schoen ist jedoch dass Greg und ich uns da einig waren und er auch eher von seinem alten Kumpel angenervt als amusiert ist. In seinem Seminar indem es um Sales von Eigentum ohne grossen Geldeinsatz geht wollte irgendeine Dame dann wohl spaeter eine Maschine verkaufen, mit der man Wasser zu Energy Water umwandeln kann und hat Fotos von Menschen gezeigt die nach dem Genuss von Energy Wasser einen Heiligenschein auf Bildern hatten. Also ehrlich, da musste ich mich schon sehr zurueckhalten. Er meinte dann zwar dass er das auch unmoeglich fand, aber ich wuerde nicht mal an so einem Seminar teilnehmen. Dieser ganze spirituelle Quatsch, einfach nur anstrengend.

Wir ueberlegen, ob wir in Vegas eine Helikopter-Tour ueber die Rocky Mountains machen sollen. Ich wuerde schon gerne, aber es ist schon sehr teuer. Auf der anderen Seite, wer weiss ob ich nochmal wieder komme, also sollte man die Chance vielleicht nutzen, ich weiss nicht. Ich wuerde sooo gerne Helikopter fliegen und ueber die Rocky Mountains, wow, das muss der Wahnsinn sein.

Jorge bin ich nicht ueber den Weg gelaufen, ab und zu hab ich mal die Einbildung ich wuerde ihn irgendwo sehen, aber ich denke mal das ist wohl normal. Ich versuche dahingehend abzuschalten.

Ich freue mich zu sehen, wie gut wir uns verstehen. Nicht dass das ueberraschend fuer mich kommen wuerde, wir haben uns die letzen paar Jahre auch online phantastisch verstanden. Es freut mich einfach nur, es gibt keinerlei Probleme und nichts nervt mich an ihm. Ich denke das ist umgekehrt genauso und wir haben die letzen paar Tage wirklich sehr viel Spass gehabt. Ich bin ihm sehr dankbar, dass er mir das hier alles ermoeglicht und ich hoffe dass ich in der Lage bin, ihm das auch so rueberzubringen. Das ist unbezahlbar und eine ganz tolle Erfahrung. Vielleicht faellt mir ja noch was ganz tolles ein. Uber die DVD hat er sich uebrigens sehr gefreut, ich weiss grad gar nicht, ob ich schon erwaehnt habe, dass er sie bekommen hat. Ich hab ihm ja die Depeche Mode CD ueber Amazon schicken lassen und er hat sich riesig gefreut. Es war richtig cool zu sehen, dass das Paeckchen da ist und er total ueberrascht so unter dem Motto "ich hab doch gar nichts bei Amazon bestellt" und dann das Gesicht als er irgendwo meinen Name liest. Einfach super. Er laeuft hier gerade in dem Duesseldorf Rhein Fire Shirt rum. Rich und er gucken irgendeine Reality Show im Fernsehen.

Wir haben uns darauf geeinigt, dass wir uns pro Tag ein "Wort des Tages" geben. Mein Wort ist merge, er hat mir alle Formen erklaert und wo es vorkommen kann. Ganz schoen interessant. Sein Wort ist Fahrrad. Waehrend unserer Bike_Tour am Meer haben wir uns gegenseitig die ganze Fahrt deutsch und englisch beigebracht. Phantastisch.

Ich stinke gerade so nach Knoblauch. Wir haben uns Knoblauch-Fritten geteilt. Gott sei Dank zu dritt, so dass jetzt die ganze Bude hier stinkt. Sein Mitbewohner wird sich freuen, wenn er nach Hause kommt.

Eindruecke aller Art

Wenn man erstmal den ersten Schock im positiven Sinne ueberwunden hat, fallen einem auch die Details auf. In dieser Phase befinde ich mich gerade und freue mich des Lebens ueber jedes neue Detail das mir ins Auge springt.

Es gibt 3 verschiedene Arten von Polizei hier. Die regionale, ueberregional und dann noch die Sheriffs (irgendwie so, das ist komplizierter) Jedenfalls kann die ueberregionale Polizei nichts machen, wenn man hier zu schnell faehrt, das koennte dann nur die regionale. Die koennen sich nur gegenseitig anrufen. Ganz komisch.

Noch komischer ist allerdings, dass es eine Extra-Spur fuer Leute mit 2 Personen oder mehr im Auto gibt, die dann links ueberholen koennen und schneller sind. Greg freut sich des Lebens dass ich hier bin, weil er unter anderem jetzt auch endlich mal die 2-Personen-und-mehr Spur benutzen kann und wir so immer schneller sind als die anderen. Anscheinend moechte man damit die Leute dazu animieren Fahrgemeinschaften zu bilden. Gar keine so schlechte Idee muss ich sagen. Interessant.

Wir sind heute zum Missione Beach und haben Fahrraeder geliehen. Ich habe doch tatsaechlich ein pinkes mit Blumen bekommen. Was soll das denn heissen? Seh ich so aus, als wenn ich ein pinkes Rad mit Blumen will???? Irgendwas stimmt nicht. Greg macht sich immer noch ueber mich lustig. Wir sind dann den Strand rauf und runter mit den Fahrraedern und oestlich auf einem Berg mit schoener gruener Wiese haben wir uns dann an die kleinen Klippen gesetzt. Unten am Strand sass ein Mann mit Klappstuhl und einer Zeitung ganz nah und alleine am Meer. Ansonsten war weit und breit keine Menschenseele zu sehen. Der ganze Strand ziemlich leer. Auch der Fahrradweg. Unbeschreiblich schoen. Der Tourismus haelt sich hier zur Zeit in Grenzen. Was koennte schoener sein. Kaum Touris. Vorher sind wir mit der Achterbahn gefahren und das war wirklich cool. Die Bahn ist uralt und rappelt auch dementsprechend heftig, aber der Adrenalinstoss konnte sich sehen lassen. Hat Spass gemacht.

Nach der Bike-Tour waren wir am Mission Beach auf der Ecke beim Italiener. Luigi irgendwie...und wollten uns eine Pizza teilen von der wir dann zusammen gerade mal die Haelfte essen konnten. Den Rest haben wir aber mitgenommen. Die Pizza ist super. Ich haette nicht gedacht, dass es hier so gute Pizza gibt, aber die ist weit besser, als die Pizza die einem als italienisch in Deutschland verkauft wird. Habe jetzt schon in 2 Restaurants Pizza gehabt und die waren beide hervorragend. Der Preis ist allerdings auch etwas hoeher. Greg hat ein Lotto Ticket gekauft fuer 1 Dollar. Die Zahlen werden hier nach Zufallsprinzip ausgegeben, man kann auch Kreuze machen, das macht hier aber keiner. Die gehen einfach in den Laden und kaufen ein Lotto-Los, der Computer wirft dabei einfach Zahlen aus. es geht glaube ich um 4 Millionen oder so. Wenn er gewinnt teilt er mit mir, meint er. Er wollte dann wahrscheinlich ein Stueck Strand kaufen.. perfekt!!

Sein Freund aus alten Zeiten hatte heute sein Seminar hier und Greg hat ihn hingefahren und wieder abgeholt, wir waren danach im Gaslamp-Bezirk oder so Essen. Ein teures Steakhouse. Fuer mich unmoeglich schon wieder zu Essen. Mir lag die Pizza noch quer im Magen. Ich hab dann nur eine Tasse Suppe gegessen. War sehr nett. Mittlerweile habe ich mich schon an den Super-ueber-ich-krieg-nicht-genug Service gewoehnt. Die Bedienung hat uns die Karte vorgestellt und erklaert wo man was in der Karte findet. Hundertmal gefragt wie meine Suppe war und alles moegliche ueber Baseball und andere Dinge geschwafelt. Ich hab mich dran gewoehnt. Es stoert mich schon nicht mehr. Im Gegenteil ich steige jetzt darauf ein und gebe denen ihre aufgesetzte Freundlichkeit zurueck. Whatever... Bei einem 120 Dollar Essen gibt man also 20 Dollar Trinkgeld. Das ist zum Umfallen unvorstellbar fuer mich. Der Bezirk war nett, viele Restaurants. Ist in Downtown. Ich selbst wohne hier in Clairmont. Netter Bezirk. Es gibt jede Menge Bezirke, wie zum Beispiel Linda Vista oder La Mesa... So wie ich das verstanden habe wohne dort wohl ueberwiegend Asiaten und Greg meint es ist vielleicht wenn man das so sagen kann die etwas unsichere Gegend.

Die Palmen muessen regelmaessig geschnitten werden, ansonsten haengt dort so ein brauner Blaetterwald runter. Dafuer werden extra Leute eingestellt.

Katzenwaeche heisst hier Mexican Shower...... dies bleibt hier einfach mal ohne Kommentar. Wollte das nur mal festhalten.

Wir waren zwischendurch noch in einer Art Spielhoelle. Greg wollte gegen mich das Ferrari-Game spielen. Da sitzt man dann in diesen Boxen mit dem Lenkrad und Gaspedal und so und faehrt gegeneinander. Ohne Schaltung hab ich sogar auch mal gewonnen. Mit Schalten war unmoeglich. Ich bin ueberwiegend rumgeschleudert. Danach haben wir dann noch Hyperball gespielt. Man sieht auf der Leinwand die Bowling-Kegel und muss diese Treffen indem man eine Bowlingkugel die Festgeschraubt ist, mit den Haenden dreht und dann ueber die Kegel rollt. Sehr anstrengend, wir haben beide geschwitzt wie verrueckt. Ganz in der Naehe ein Typ der mit Boxhandschuhen gegen den Computer geboxt hat. Das war wirklich lustig da zuzugucken wie jemand mit Boxhandschuhen in die Luft schlaegt.